Warum lesen wir Horror? – Folge 1

Gespeichert von matthias am Mo., 30.03.2020 - 07:45

Horror zu schreiben ist das Eine, aber ich lese ihn ja auch. Nun versuche ich in dieser mehrteiligen Beitragsreihe ein wenig herauszufinden „Warum lesen wir Horror?“. Ich hoffe dabei auf viele unterhaltsame Stunden mit diesem nicht einfachen Thema.

Kürzlich bin ich, aufgrund einer Recherche zu einem anderen Beitrag hier, auf einen verdammt verwirrenden Artikel im Internet gestoßen. Zuerst war ich mir tatsächlich nicht sicher was mir der Autor damit sagen wollte. Ich hätte gleich auf den Betreiber der Webseite schauen sollen. Ein christlicher Verein für irgendwas. Es ging um das Sachbuch Danse Macabre von Stephen King. Ich habe das Buch auch vor vielen Jahren gelesen, und muss mich nun auf die Suche machen, denn ich muss es wirklich noch einmal lesen. Was nun hat mich an dem Artikel so gefesselt, dass ich ihn wirklich bis zum Ende gelesen habe? Das Thema an sich? Oder die Art und Weise wie der Autor an das Thema heranging? Am Ende beides? Ich glaube es war eine Mischung aus Amüsement auf der einen Seite, wirklichem Interesse auf der Anderen und zu guter Letzt ein wenig Besorgnis wer so alles, ohne wirklich fundierte Sachkenntnis zu haben, sich mit dem Thema Horror in Literatur und Film beschäftigt.

Nun zumindest die fundierte Sachkenntnis, auf dem Gebiet Horror, kann ich nachweisen. Was mich beruhigt. Nicht das in zehn oder zwölf Jahren jemand über diesen Artikel hier stößt und eine ähnliche Mischung an Gründen aufzählt um zu erzählen was er da gelesen hat.

Aber zurück zu diesem Artikel (den ich hier NICHT verlinken werde). Denn eines hat er in mir wirklich bewirkt, ich dachte mir so nicht. Ich dachte mir, wenn schon jemand über den Horror in der Literatur schreibt, dann sollte das jemand tun, der vielleicht ein wenig mehr Ahnung vom Thema hat. Zugegeben, der Schreiber des Artikels wusste immer wieder klar zu polarisieren, schnell waren die (Ab)Gründe gefunden warum sich Menschen mit dem Thema Horror befassen, zu schnell war klar denen fehlen die bürgerlichen und christlichen Werte, ich glaube das Wort Verrohung hat mir gefehlt. Sehr wohl wurde aber festgehalten, dass sich Horror verändert hat. Heute deutlich mehr Gewalt und Brutalität enthält wie noch vor vielen Jahrzehnten oder gar noch zu Beginn dieser Literaturgattung.

Nun denn, dies zumindest kann ich bestätigten. Aber auch das blinde Huhn, das Korn, ihr wisst schon. Die Frage aber Warum lesen wir Horror? blieb, wie erwartet, unbeantwortet. Natürlich, da sich der Autor dieses Artikels ja auf Kings Werk Danse Macabre bezog und die dortigen Feststellungen des Schriftstellers nicht nachvollziehen konnte und wollte. Im Gegenteil, die Vergleiche mit der Revolution der 68er war für mich ein Höhepunkt und ich überlegte kurz ob das nicht schon unter Volksverhetzung fällt. Aber nur kurz. Ja ich denke die wirklichen Aspekte für Horror, Thriller, aber auch das Phantastische an sich, hat der Autor nicht ansatzweise verstanden.

Und das brachte mich nun am Ende dazu, mir darüber einmal Gedanken zu machen. Warum lesen wir Horror? Ich werde mich mit dem Thema beschäftigen, auch einmal kontroverse Theorien aufstellen und am Ende, wer weiß was da herauskommt, ich bin gespannt.

Einen persönlichen Grund, für mich, will ich aber schon mal nennen. Ich lese Horror unter anderem weil es mich interessiert. Weil mich Phantastik im Allgemeinen, Horror im Speziellen, interessiert. Komischer Grund oder? Aber vermutlich der Grund warum viele am Samstag die Bundesliga schauen, weil es sie interessiert.

Was ist Interesse? Eine Erklärung findet sich hier: Wikipedia Interesse (Psychologie)

Sollte der Autor des von mir mehrfach angesprochenen, aber nicht benannten oder verlinkten, Artikels über meinen kleinen Beitrag hier stolpern. Gerne tausche ich mich per E-Mail mit ihm aus (Adresse im Impressum).